Bunte Flyer vom Literaturkontor

Weitere Werkstätten

Viele weitere Seminare und Werkstätten hat das Bremer Literaturkontor im Laufe seiner Arbeit angeboten und durchgeführt. Einige von ihnen aus jüngster Zeit sind hier aufgeführt.


Schreiben im frauenzimmer - Offene Schreibwerkstatt für Besucherinnen des Tagestreffs

Unter Anleitung der Autorin Angelika Sinn findet ab November 2021 im Tagestreff frauenzimmer der Wohnungslosenhilfe des Vereins für Innere Mission eine Schreibwerkstatt für die dortigen Besucherinnen statt. In dieser Werkstatt erzählen und schreiben die Frauen über ihre Lebenswelten, ihre Erlebnisse, Erfahrungen, Ängste, Hoffnungen und Wünsche - Biografisches kann sich hier mit Fiktivem mischen, Gedichte, kurze Geschichten, Gedankengänge, Dialoge und experimentelle Texte können entstehen und zu Papier gebracht werden.

Das frauenzimmer ist Anlaufstelle für wohnungslose und andere in Not geratene Frauen und ein Ort für Begegnung und Austausch. In dem dort angegliederten Café erhalten die Besucherinnen Essen und Getränke. Zudem können Sie im frauenzimmer Beratung, Unterstützung und medizinische Versorgung in Anspruch nehmen, duschen, Wäsche waschen, telefonieren, das Internet nutzen, miteinander ins Gespräch oder einfach zur Ruhe kommen.

Die Teilnahme an der Schreibwerkstatt ist kostenlos.

Näher Infos und Anmeldung unter 0421-1652596 (frauenzimmer) oder 0151-19313691 (Angelika Sinn)

Ein Projekt der Wohnungslosenhilfe des Vereins für Innere Mission und dem Bremer Literaturkontor

Anleitung: Angelika Sinn

Termine: Montags, 7., 14., 21. und 28. März, jeweils von 14 – 16 Uhr

Ort: Tagestreff frauenzimmer, Abbentorstraße 5, 28195 Bremen

Fassade vom frauenzimmer
© Verein für Innere Mission in Bremen

Angelika Sinn, geboren in Iserlohn, lebt und arbeitet in Worpswede und Bremen als freischaffende Autorin, Künstlerin und Referentin für Literarisches Schreiben. Angelika Sinn studierte Pädagogik, Literatur- und Kulturwissenschaft in Bremen und Frankfurt/Main. Arbeitete mehrere Jahre als Kulturpädagogin und Journalistin. Autorin seit 1998, diverse Veröffentlichungen. Seit 2005 ist Angelika Sinn als Text-Künstlerin tätig, internationale Ausstellungsbeteiligungen. Von 2006 bis 2018 war sie Geschäftsführerin des Bremer Literaturkontors. Angelika Sinn ist Mitglied im Verband Deutscher Schriftstellerinnen und Schriftsteller.


Licht:Wort:Spuren

Kurzer Bericht zum Projekt von Kultur vor Ort e.V. und Bremer Literaturkontor e.V.
unter der Leitung von Donka Dimova und Julia Köchling

Am Projekt Licht:Wort:Spuren haben sechs Jugendliche im Alter von 13 bis 17 Jahren teilgenommen. Sie sprachen Deutsch, Bulgarisch und Türkisch. In der letzten Ferienwoche trafen wir uns an vier Nachmittagen und entwickelten Texte und Lichtobjekte. Wir ließen uns von Formen leiten und inspirieren.

Für eine große Kugel schrieben wir endlose runde Texte, die wir auf der Kugel druckten. Unser Thema war “Geschenkte Momente” und die Texte sind endlos, weil man bei jedem Wort anfangen kann und sie immer einen Sinn ergeben.

Danach arbeiteten wir mit all unseren Sinnen an das diesjährige Thema “Geschenkt”. Wir fühlen, rochen und schmeckten Geschenke und beschrieben sie in bunten Rahmen.

Ergebnisse des Workshops gibt es hier zu sehen

Für ein besonderes Objekt schrieben wir dreckige Texte, kleine Pyramiden, die sich mit dem Thema “Spuren” auseinandersetzten.

Und dann zum Schluss gestalteten wir wilde Chaos-Objekte, die ebenso geschenkte Momente festhalten, aber sich nicht mit einer bestimmten Form zufrieden geben möchten.

Wir arbeiteten mit Naturmaterialien. Die Gerüste der Objekte sind aus Weidenzweigen. Allerdings mussten wir alles wind- und regenfest bauen, also verwendeten wir 200 Meter Klarsichtfolie, 300 Kabelbinder und 2,5 Liter Acrylkleber. Zwar nicht so umweltfreundlich, aber so wir die Kunst jedes Wetter überstehen.

Eine Fotocollage mit Szenen aus einer Schreibwerkstatt
© Donka Dimova ©Kultur Vor Ort / Bremer Literaturkontor

Virtuelles Lyrik-Atelier

Von September bis November 2020 hat das Bremer Literaturkontor gemeinsam mit der Lyrikerin Schirin Nowrousian ein virtuelles Lyrik-Atelier angeboten. Das Atelier richtete sich an Menschen, die schon seit einer Weile Lyrik schreiben und gerne mit jemandem vom Fach ihre Gedichte intensiv besprechen und weiterentwickeln wollten. Dafür wurde extra ein virtuelles 1-zu-1-Lyrik-Atelier entwickelt, in dem Nowrousian in locker-freundlicher Atmosphäre mit den Teilnehmer*innen an den Texten arbeiten konnte. 
Am Atelier teilgenommen haben Laura Beck, Donka Dimova, Farhan Hebbo, Friedrike Hermanni, Angela Müller-Hennig und Urusla Pickener. In jeweils drei Einzeltreffen hat Nowrousian zusammen mit den Teilnehmer*innen an ihren Gedichten gearbeitet. Ausgangspunkt einer jeden Sitzung waren ein oder zwei bereits existierende Gedichte, mit denen sich die Teilnehmer*innen beworben hatten. Zum internen Abschluss gab es ein kollektives Treffen, sodass sich die sechs Teilnehmer*innen auch untereinander kennenlernen und über ihre Gedichte austauschen konnten.
Offiziell abgeschlossen wurde das virtuellen Lyrik-Atelier am 18. Dezember 2020 im Rahmen einer öffentlichen Zoom-Lesung, die von Nowrousian organisiert und moderiert wurde. Alle Teilnehmer*innen stellten während der Lesung Textfassungen vor, die sie im Rahmen des Ateliers erarbeitet hatten.

Einige der bei der Lesung vorgetragenen Gedichte können hier nachgelesen werden. 

Porträt von Schirin Nowrousian
© Nowrous Photography

Roman- und Prosawerkstätten mit Michael Wildenhain

Mit der regelmäßig ausgeschriebenen Prosa- bzw. Roman-Werkstatt möchte das Bremer Literaturkontor bis zu sechs Autor*innen aus Bremen, Bremerhaven und umzu gezielt fördern und ihnen die Möglichkeit bieten, mit qualifizierter Unterstützung an einem literarischen Werk zu arbeiten. Zudem sollen erste Kontakte im Literaturbetrieb vermittelt werden, insbesondere zu Literaturagenturen und Verlagen.

In der Werkstatt wird ein begonnener Erzählungs- oder Kurzgeschichtenband, ein Roman oder ein Jugendbuch weiterentwickelt und im besten Fall fertiggestellt. Zu diesem Zweck finden in der Regel an drei Wochenenden Werkstatttreffen im Literaturkontor statt. Die Vorhaben werden in der Gruppe mit lektorierender Absicht diskutiert, wobei ein Schwerpunkt des Gesprächs dem Aufbau bzw. der Struktur der Texte gilt.

Zur Werkstatt gehört zudem eine öffentliche Abschlusslesung in Bremen, bei der die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Werkstatt ihre Texte präsentieren.

Die Werkstatt richtet sich an Autor*innen, deren Arbeitsschwerpunkt im Bereich Erzählung/Kurzgeschichte, Roman oder Jugendbuch liegt und die bereits erste Schritte im literarischen Leben unternommen haben (z. B. Veröffentlichung eines Buchs, Publikation von Texten in Literaturzeitschriften bzw. Erhalt eines Stipendiums/Preises) oder eine außergewöhnliche literarische Begabung erkennen lassen.

Alle Bewerberinnen und Bewerber müssen mindestens 18 Jahre alt sein.

Die Prosawerkstatt mit Michael Wildenhain wird in unregelmäßigen Abständen an dieser Stelle von uns ausgeschrieben. Eine nächste Runde steht noch nicht fest.

Für das Bremer Literaturkontor leitete Wildenhain bereits eine Romanwerkstatt (2010) sowie drei Prosawerkstätten (2012, 2016 & 2019). Hieraus sind u. a. folgende Bücher hervorgegangen: Mechthild Lanfermann: ›Wer im trüben fischt‹ (dtb 2012); Imke Müller-Hellmann: ›Verschwunden in Deutschland‹ (Osburg 2014); Alexa Stein: ›Am Ende der Schuld‹ (Schünemann 2015); Jutta Reichelt: ›Wiederholte Verdächtigungen‹ (Klöpfer & Meyer 2015); Karsten Redmann: ›An einem dieser Tage‹ (edition offenes feld 2018)

Porträt von Michael Wildenhain
© Marijan Murat

Michael Wildenhain, geb. 1958 in Berlin, ist Autor von Erzählbänden, Romanen und Theaterstücken. Seine erste Veröffentlichung, die längere Erzählung ›zum beispiel k.‹ erschien 1983 im (West-)Berliner Rotbuch-Verlag, sein erster Jugendroman ›Wer sich nicht wehrt‹ 1994 bei Ravensburger. Zuletzt veröffentlichte er den Roman ›Das Singen der Sirenen‹ (Klett-Cotta, 2017), der auf der Longlist des Deutschen Buchpreises stand. Sein zwei Jahre zuvor erschienener Roman ›Das Lächeln der Alligatoren‹ (Klett-Cotta, 2015) war für den Preis der Leipziger Buchmesse nominiert.

Im Wintersemester 2015/16 war Michael Wildenhain zum vierten Mal Gastprofessor am Deutschen Literaturinstitut Leipzig. Im Berliner Brecht-Haus leitete er seit 2008 verschiedene Romanwerkstätten, aus denen etliche Romane hervorgegangen sind, u. a. der 2011 bei Rowohlt Berlin erschienene Debütroman von Katerina Poladjan ›In einer Nacht, woanders‹ und ›Nachbarn‹ von Madeleine Prahs, veröffentlicht 2014 bei dtv-premium.


Weitere Werkstattangebote

Exposé-Beratung

Bei der Exposé-Beratung können sich Autor*innen von Expertin Regina Weber beraten lassen, die sich mit einem Exposé ihres Roman bewerben wollen.