Foto von einer Hand, die ein MiniLit-Heft hält

MiniLit

Texte aus der jungen Bremer Schreibszene

Mit der Publikationsreihe MiniLit bietet das Bremer Literaturkontor der jungen Bremer Schreibszene ein Forum, eigene Texte einer breiten Öffentlichkeit zu präsentieren. Jede Ausgabe bringt zwei Autor*innen zusammen, die jeweils mit einer Erzählung vertreten sind. Ausgewählt werden die Texte vom Literaturkontor, das mit der Reihe vor allem Autor*innen vorstellen möchte, die bereits im Rahmen von Workshops, Seminaren, Schreibwerkstätten und weiteren Projekten mit dem Kontor zusammengearbeitet haben.
Vor der jeweiligen Veröffentlichung bietet das Kontor den Autor*innen zudem ein intensives Lektorat an, um den ausgewählten Geschichten den nötigen Feinschliff zu verpassen. Zu bekommen sind die kleinen handlichen Hefte im Literaturkontor, in Bremer Buchhandlungen und an anderen Literatur- und Kulturorten, wo stets einige der jeweils insgesamt 1000 Hefte (pro Ausgabe) kostenlos ausliegen.

Hinweis: Für die ›MiniLit‹-Reihe suchen wir regelmäßig Texte von jüngeren Autor*innen (U35/40), die noch keine Erzählungen/ Kurzgeschichten in der Reihe veröffentlicht haben (kürzere Texte in den Werkstattheften sind ausgenommen).
Die aktuelle Ausschreibung gibt es hier

 

Projektleitung & Redaktion
Bettina Beutler-Prahm & Jens Laloire

Kontakt
bettina.beutler-prahm@literaturkontor-bremen.de

 

Einige Texte gibt es auch als Audioversion. Diese finden Sie hier


Alle MiniLit-Ausgaben

Heft Nr. 16 – Werkstattheft

erschienen 2022

Die Universität ist zumeist ein Ort, an dem das akademische Schreiben, etwa in Form von Hausarbeiten, praktiziert wird. Doch ist sie auch ein Ort des kreativen Schreibens und des literarischen Erzählens. Dieses MiniLit-Heft versammelt elf Texte von Studierenden der Universität Bremen, die zwischen 2019 und 2022 in verschiedenen Schreibseminaren entstanden sind, darunter ›Kreatives Schreiben – Erste Schreibprojekte entwickeln‹ (Jutta Reichelt), ›Literarische Figuren im Dialog‹ (Angelika Sinn), ›Kreatives Schreiben zu Kunst‹ (Anke Fischer) und ›Kreative Schreibwerkstatt: Von Gesagtem und Ungesagtem‹ (Madita Krügler).

Heft Nr. 15 

erschienen 2022

Mit Kurzgeschichten von Elizaveta Vasileva ("Drei Jahre meines Lebens, die ich vergesse") und Nora Reckhardt ("Enge Welt").

Elizaveta Vasileva: Drei Jahre meines Lebens, die ich vergesse

"Linien sind klarer, wenn man stabil und glücklich ist. Wenn man nicht getrieben ist." – so heißt es in der Kurzgeschichte "Drei Jahre meines Lebens, die ich vergesse" von Elizaveta Vasileva. Es geht um die Instabilität einer Suchenden, einer junge Frau aus Russland, die erst in Wien und später in Bremen ihren (künstlerischen) Weg, ihren Schaffensprozess, ihr Ich sucht. Sie verliert sich, immer wieder. Und lange sieht es nicht so aus, als ob sie sich noch finden würde.

Nora Reckhardt: Enge Welt

Ist der Bauch einer Schwangeren Einengung oder Freiheit für das darin wachsende Menschenleben? Raubt Schwangersein in Coronazeiten noch mehr den Atem? Sind verschobene Organe und der Verzicht auf eine geliebte Arbeit es wirklich Wert? Kann man in diese Welt noch Kinder setzen? In Nora Reckhardts Kurzgeschichte "Enge Welt" dreht sich alles um die Gedanken und Fragen einer werdenden Mutter.  

Heft Nr. 14 der MiniLit-Reihe

Heft Nr. 14 - Werkstattheft

erschienen 2021

Seit 2020 lädt das Literaturkontor mehrmals jährlich in die Villa Ichon zum ›Literarischen Kulturaustausch‹ unter der Leitung von Angelika Sinn ein. Die Werkstatt richtet sich an Erwachsene aus allen Ländern und Kulturkreisen. Es entstehen Gedichte, kleine Geschichten und Dialoge – Wörter, Sätze und Gedankenströme werden zu Papier gebracht. Hierbei fließen die unterschiedlichen kulturellen Erfahrungen der Autor*innen in die Texte ein und bereichern sie. Natürlich war die Corona-Pandemie auch beim ›Literarischen Kulturaustausch‹ eines der vorherrschenden Themen. Über Stille und Einsamkeit wurde beispielsweise geschrieben, über Hoffnung und Freiheit, über ein friedliches und gerechtes Miteinander – poetisch, erzählerisch, träumerisch und phantastisch. Aber auch das Verhältnis zwischen Mensch und Tier und das Leben im Einklang mit der Natur kam zur Sprache. Für das vorliegende MiniLit-Werkstattheft wurden unter anderem mehrere Texte aus diesem Themenkreis ausgewählt.

Cover des MiniLit-Heft 13

Heft Nr. 13

erschienen 2020

Mit Kurzgeschichten von Florian Reinartz (›Bianca, Susanne und der Dalai Lama‹) und Daniel Schmidt (›Verschüttet Milch‹)

Florian Reinartz: Bianca, Susanne und der Dalai Lama

Viele Dinge treten in Paaren auf. Auch der Mensch neigt dazu, sich mit einem Partner oder einer Partnerin zusammen zu tun. Er ist mit Susanne zusammen. Susanne, die immer darum bemüht ist weiter zu gehen und weniger die Ruhe genießt. Dachte er zumindest immer. Bianca ist da anders. Bei ihr ist es fast immer ruhig. Ihr kann er die Fragen stellen, die ihn beschäftigen … Einfühlsam zeigt Florian Reinartz in seiner Kurzgeschichte auf, wie in einer Beziehung gemeinsam Ruhe gefunden und Unsicherheiten überwunden werden können.

Daniel Schmidt: Verschüttete Milch

Sie darf nie vergessen die Ziege zu füttern. Jeden Tag erinnert ihre Mutter sie daran. Und das, obwohl sie ganz im Gegensatz zu ihrer Mutter die Dinge nicht so schnell vergisst. Ihre Mutter hat vergessen was mit Pa und Bo geschehen ist. Sie hingegen weiß es noch. Was sie allerdings nicht ahnt: verschüttete Milch der Ziege wird sich auf ihr Leben auswirken… Aus der Sicht eines kleinen Mädchens schildert Daniel Schmidt in seiner Geschichte, wie sich das Leben innerhalb weniger Momente verändert und welche Rolle dabei auch die Hautfarbe spielen kann.

Cover des MiniLit-Heft 12

Heft Nr. 12

erschienen 2019

Mit Kurzgeschichten von Helge Hommers (›Das letzte Paar Schnürschuhe‹) und Jan Ewringmann (›Keine Balkone‹)

Helge Hommers – Das letzte Paar Schnürschuhe

Unwissenheit verschleiert manches Risiko. Das muss auch die Urgroßmutter feststellen, als sie für den Kauf eines Paares Schnürschuhe verhaftet wird. Aber was soll sie sich dabei auch gedacht haben, außer dass die Wolfs die besten Schuhe anfertigen. Schließlich kauft sie dort schon seit der Geburt ihres ersten Sohnes ein. Aber was passiert, wenn die Zeiten und die Menschen schlimmer werden und sie nichts von alldem versteht – oder verstehen will. In seiner Geschichte schildert Helge Hommers beispielhaft die Folgen eines unbedachten Kaufes im nationalsozialistischen Deutschland.

›Das letzte Paar Schnürschuhe‹ gibt es auch zum Hören

Jan Erwingmann – Keine Balkone

Ob es in Paris schneit? Die Frage stellte er sich damals, als A. nach Paris aufbrach. Heute ist es ihm egal. Auch A. ist ihm angeblich inzwischen egal, und doch verliert er sich in den Erinnerungen an die gemeinsame Zeit in ihrer WG. Aber was soll er mit diesen Erinnerungen. Paris ist nicht besser als andere Städte. Auch wenn es da Balkone gibt. Anhand der Erinnerungen an die ehemalige Mitbewohnerin und ihren Auslandsaufenthalt schildert Jan Erwingmann, wie schnell sich die Verbindung zweier Menschen verändern und komplett abreißen kann.

›Keine Balkone‹ gibt es auch zum Hören

Cover des MiniLit-Heft 11

Heft Nr. 11

erschienen 2019

Mit Kurzgeschichten von Philipp Cyprian (›Bluebird‹) und Janika Rehak (›Sushi, Weißwein, Berchtesgaden‹)

Philip Cyprian – Bluebird

Gibt es Anzeichen für eine Beziehung, dass sie scheitern wird? Kann ein blauer Vogel ein Zeichen sein? Und was, wenn der Vogel kein Vogel ist? Oscar erinnert sich an seine gescheiterte Ehe. Er steht mit seinem Wagen im Stau und lässt die Erinnerungen vorüberziehen. In seinen Erinnerungen stößt er immer wieder auf den blauen Vogel – in der Realität und in seinen Träumen. Philip Cyprian lässt hier poetisch eine Ehe Revue passieren, die kein gutes Ende nahm und nutzt dafür einen Nissan Bluebird als verbindendes Element.

›Bluebird‹ gibt es auch zum Hören

Janika Rehak – Sushi, Weißwein, Berchtesgaden

Es ist ein Ritual: die Treffen der Mittwochsclique in Tatjanas gemütlich überfülltem Wohnzimmer. Diesmal gibt es Sushi und Weißwein, doch nicht für die Ich-Erzählerin der Geschichte. Sie will keinen Weißwein. Sie weiß auch nicht, ob sie den Ausflug nach Berchtesgaden will. Dabei liebt sie Berchtesgaden doch. Vielleicht hätte sie heute nicht kommen sollen, nicht wo auch Etienne da ist. Vielleicht ist es aber richtig so. Vielleicht. Janika Rehak schildert in ihrer Erzählung klug und spannend den inneren Konflikt einer jungen Frau.

›Sushi, Weißwein, Berchtesgaden‹ gibt es auch zum Hören

Cover des MiniLit-Heft 10

Heft Nr. 10

erschienen 2018

Mit Kurzgeschichten von Janine Lancker (›Inventur‹) und Gianna Lange (›Erwins Pferde‹)

Janine Lancker – Inventur

Das Leben ist halt nicht so einfach, wie man es sich vorstellt. Die ganze Zeit geht es darum, wie viel Geld oder unsichtbares Kapital man hat. Völliger Humbug für Esther und ihren Hund Coline. Was soll sie auch mit dem Geld, ihren Becher hat sie vergessen, und der Mann hatte Angst sie zu berühren. Aber Coline hat er anscheinend gefallen. Die Gedanken- und Lebenswelt einer Obdachlosen zeichnet Janine Lancker anhand der Reflexionen ihrer Hauptfigur einfühlsam nach. Die einfache und zugleich poetische Sprache verleiht der Geschichte ihre Authentizität.

Gianna Lange – Erwins Pferde

Winter und Krieg fordern mehr als sie kriegen sollten und drängen die Menschen in die Flucht. Der Winter 1942 und die Schlacht um Stalingrad geben auch für Erwin und seine Familie das Zeichen zum Aufbruch. Die Pferde vor den Karren sichern ihr Fortkommen und auch ihr Leben. Doch nicht nur für Erwins Familie, sondern auch für alle anderen auf der Flucht vor der Armee. Welcher Armee auch immer … Gianna Lange schildert in dieser Geschichte aus der kindlichen Perspektive Erwins, wie sich der Krieg und die Flucht auf die Menschen auswirken. Hier werden die Pferde zu Protagonisten und zum entscheidenden Überlebensfaktor.

›Erwins Pferde‹ gibt es auch zum Hören

Cover des MiniLit-Heft 9

Heft Nr. 9 - Werkstattheft

erschienen 2017

Ein Werkstattheft, das aus der Schreibwerkstatt ›Dann leben sie noch heute…!‹ mit Janine Lancker hervorgegangen ist. Mitgewirkt haben die Teilnehmer*innen Viola Bauer, Rollo Heinsch, Melanie Hessenius, Knut-Alexander Höhn, Lui Kohlmann und Laura Müller-Hennig.

„Es war einmal vor langer Zeit …“ – der klassische Beginn eines jeden Märchens, in dem sich dann Riese und Zwerg die Hand geben. Doch auch wenn die alten Märchen phantastisch sind, bergen sie immer auch einen Hinweis auf die damalige Realität. Die hier erschienenen Texte beschäftigen sich auf ihre eigene Art und Weise mit den klassischen Märchen. Die Texte entstanden 2016 in dem Schreibworkshop „Dann leben sie noch heute …!“ unter der Projektleitung von Janine Lancker.

Cover des MiniLit-Heft 8

Heft Nr. 8

erschienen 2017 / Neuauflage 2020

Mit Kurzgeschichten von Karsten Redmann (›Brüder‹) und Lena Mareen Bruns (›Moabiter Schweine‹)

Karsten Redmann – Brüder

Was ist mit Sebastian? Die Sorge um seinen Bruder lässt Martin nach dem Telefonat mit seiner Mutter nach Hause fahren. Bilder und Erinnerungen an seine Kindheit und Sebastian erscheinen vor seinem Auge. Das Schweigen mit und ohne Worte setzt ihm zu. Und wieso immer wieder diese Anteilnahme? Woher kennt seine Mutter überhaupt dieses Wort? Und was bedeutet Anteilnahme für ihn selbst? Doch nicht nur das, auch das Schweigen wird sich für Martin auflösen. Karsten Redmann vermittelt in dieser Geschichte einfühlsam, wie schwere Schicksalsschläge auf eine Familie wirken und was sie für die Bindung unter Brüdern bedeuten können.

›Brüder‹ gibt es auch zum Hören

Lena Mareen Bruns – Moabiter Schweine

In seinem Laden spielt der pensionierte Pianist Georg seine improvisierten Stücke. Und dann sieht er die gekrönten Schweine. Diese Schweine, die seine bereits gebrochene Freundschaft zu Yvette nur noch mehr brechen lassen. Yvette lässt Georg keine andere Möglichkeit, als selbst etwas gegen die Schweine zu tun. Und Georg beginnt seine Entführung. Oder sind diese Schweine doch etwas mehr als nur Schweine? Lena Mareen Bruns schildert hier gewitzt, wie sich die Beziehung zwischen Freunden verändert und was diese Veränderungen in einem Menschen bewirken können.

›Moabiter Schweine‹ gibt es auch zum Hören

Cover des MiniLit-Heft 7

Heft Nr. 7 - Werkstattheft

erschienen 2016

Mit Texten aus zwei LitKo-Schreibworkshops mit Marlis Thiel. Mitgewirkt haben Rollo Heinsch, Laura Müller-Hennig, Aneta Potrykus sowie Nicole Tews.

Sonnenfinsternis und ein Blutmond – zwei Ereignisse, die das Jahr 2015 nicht nur durch ihr bloßes Phänomen prägten. Zum Anlass dieser beiden Ereignisse trafen sich einige Autor*innen und schrieben gemeinsam Texte unter der Projektleiterin Marlis Thiel. Denn was für die Ägypter vor einigen Tausend Jahren Mittelpunkt ihres Lebens und ihre höchste Gottheit war, kann auch uns heute noch bewegen, auch in ihrer absoluten Finsternis – die Sonne.

Cover des MiniLit-Heft 6

Heft Nr. 6 - Werkstattheft

erschienen 2016 / Neuauflage 2020

Mit Arbeiten aus unserer Schreibwerkstatt ›An Bord‹ mit Janine Lancker. Mitgewirkt haben Viola Bauer, Johanna Schwarz, Christina Sachs, Sarah Maria Thies und Aneta Potrykus.

Die Flucht in ein neues und besseres Leben treibt viele Menschen dazu an, sich auf beengte Boote zu begeben. Doch ob sie wirklich an ihrem Ziel ankommen, ist genauso unsicher wie ihre gefährliche Reise an sich. Im Rahmen eines Schreibprojekts des Bremer Literaturkontors im Jahre 2015 setzten sich Nachwuchsautor*innen mit diesem Thema auseinander. Zudem stellten sie das aktuelle und zugleich zeitlose Thema ›Flucht‹ in einen anderen Kontext und verlagerten es in eine ferne Zukunft: mit einer Reise zum Mars. Einige der entstandenen Texte, unter der Projektleitung von Janine Lancker, präsentieren sich in diesem MiniLit-Heft.

Cover der Neuauflage von MiniLit-Heft 5

Heft Nr. 5

erschienen 2015 / Neuauflage 2021

Mit Kurzgeschichten von Helge Halling (›Auf wackligen Beinen‹) und Madita Krügler (›Der Jäger‹) 

Helge Halling - Auf wackligen Beinen

Ein junger Mann läuft durch die Wallanlagen, doch eine Schwere zerrt an ihm. Die Schwere, die ihn seit drei Jahren begleitet. Er muss an seinen Vater denken, der an diesem Tag Geburtstag hat und zu dem er seit drei Jahren keinen Kontakt mehr hat. Der Sohn stellt sich vor, wie sein Vater den Morgen beginnt, sein enorm ehrgeiziger Vater. Aber dieser Ehrgeiz erklärt sich aus einem tragischen Unfall, das weiß der Sohn, der so anders ist als sein Vater. Präzise und mitreißend erzählt Helge Halling, wie sich die Geschichte eines Vaters auf das Leben seines Sohnes auswirkt.

›Auf wackligen Beinen‹ gibt es auch zum Hören

Madita Krügler – Der Jäger

Sie folgen den Spuren: der Mann und der Junge. Auf ihrem Weg durch den Wald folgen sie der Fährte eines Anderen. Kälte und Hunger setzen den beiden zu. Zweifel machen sich breit. Wer jagt hier eigentlich wen? Immer mehr stellt die strapaziöse Suche ihre Geduld und ihre Körper auf die Probe, genauso wie ihren Zusammenhalt. Präzise und mit viel Spannung zeichnet Madita Krügler die rätselhafte Suche der beiden nach.

›Der Jäger‹ gibt es auch zum Hören

Cover der Neuauflage von MiniLit-Heft 4

Heft Nr. 4

erschienen 2015 / Neuauflage 2019 und 2021

Mit Kurzgeschichten von Imke Müller-Hellmann (›Frühstück‹) und Jörn Grebe (›Rose‹) 

Das Heft ist inzwischen in zweiter Auflage erschienen

Imke Müller-Hellmann – Frühstück

Eigentlich ist es für sie ein ganz normales Frühstück. Ein Espresso und zwei Scheiben Brot mit Butter und Marmelade. Doch dann kommt alles ganz anders: Es kommen Gäste und alle erzählen von ihren Berufen, Plantagen und Arbeitswegen. Jeder Einzelne ist besonders stolz auf sein Werk, und es werden immer mehr, bis das Haus keinen Platz mehr fasst. Aber die Ich-Erzählerin hat noch immer keine Ahnung, woher all diese Menschen kommen. Mit besonderer Raffinesse und Witz vermittelt Imke Müller-Hellmann die Verknüpfung von Menschen durch die Produktion und den Konsum von alltäglichen Waren und Gütern.

Jörn Grebe – Rosa

Das Spiel zwischen ihnen beginnt erneut. Sie in der Abstellkammer mit dem Handy am Ohr, und er tigert durch die Wohnung. In der Ferne hört er das Brüllen der Löwen aus dem Zoo, zu denen sich die beiden so viele Geschichten ausgedacht haben. Genauso ausgedacht wie das Telefonat und das Spiel zwischen ihnen, das sich trotzdem in die Wirklichkeit drängt. Und ist er nicht genauso eine Bestie wie die Löwen, über die sie phantasieren. Jörn Grebe stellt auf eine nahezu perfide Art die toxische Beziehung zweier Menschen und ihre Auswirkung dar.

Cover der Neuauflage von MiniLit-Heft 3

erschienen 2015 / Neuauflage 2021

Mit Kurzgeschichten von Benjamin Tietjen (›An einem Sonntag‹) und Philipp Böhm (›Staub‹) 

Benjamin Tietjen – An einem Sonntag

Er ist einer von den Großen, auch wenn das die Eltern, Tanten und Onkel nicht verstehen wollen. Er ist anders als sie. Das weiß er, aber sie wissen es nicht. Ihm bleibt die Erinnerung an jenen Sonntag im Kinderzimmer – mit Whiskey, Zigaretten und seiner Cousine. Er ist groß, solange bis die Kinderzimmertür sich öffnet. Benjamin Tietjen zeigt in dieser Geschichte einfühlsam die Gedankenwelt eines Jugendlichen auf, die sich dadurch auszeichnet, daran zu glauben, anders zu sein und es später besser zu machen als die Erwachsenen.

Philipp Böhm – Staub

Monotonie und Fließbandarbeit kennzeichnen die Arbeit in der Fabrik. Niemand bleibt lange. Sie ist für alle nur der Übergang in eine bessere Zukunft. Aber wer glaubt das wirklich? Nicht einmal der Staub verschwindet – er bleibt, so wie alle bleiben, die dort arbeiten. Niemand verlässt die Fabrik. Oder? Geschickt webt Philipp Böhm in seiner Geschichte ein Netz, das die staubige Monotonie der Akkordarbeit und die Leere des Alltags auffängt.

Cover des MiniLit-Heft special Kampala

Spezialausgabe

erschienen 2015

Im Januar 2015 traten sechs junge Gegenwartsautor*innen über eine Online-Plattform in Austausch, um über die Schreibbedingungen in den Städten Kampala und Bremen zu berichten, sich über ihr Literaturverständnis auszutauschen und poetologische Werkstattgespräche zu führen. Aus dem Projekt ›Bremen Kampala — spaces of transcultural writing‹ ist eine Sonderausgabe unserer MiniLit-Heftreihe entstanden. Die zweisprachige Anthologie versammelt Auszüge aus den Werken dreier Autor*innen aus Kampala und dreier aus Bremen, die an dem Projekt beteiligt waren. Die Texte von Deborah Asiimwe, Nora Bossong, S. Ronald Ssegujja, Nikolas Hoppe, Nyana Kakoma und Jens Laloire sind zwar nicht explizit für die Online-Plattform verfasst worden, stehen aber exemplarisch für die einzelnen Autor*innen.

Cover des MiniLit-Heft 2

erschienen 2015

Mit Kurzgeschichten von Colin Böttger (›Nicht weiter wild‹) und Corinna Gerhards (›Mara fährt‹)

Colin Böttger – Nicht weiter wild

Es gibt einen Unterschied zwischen dem, was man sich für seine Kinder wünscht, und dem, was sie haben. Als Vater vergleicht man die eigene Kindheit mit der, die sich dem Sohn eröffnet. Aber der Vater in dieser Geschichte kann sie nicht mehr mitgestalten. Zumindest nicht ohne die Erlaubnis, um die er gerade kämpft. Ob er dann jetzt hier, am Haus in der Neubausiedlung, sein sollte? Colin Böttger zeigt in dieser Geschichte die berührenden Gedanken eines Vaters, der sich um das Leben seines Sohnes Gedanken macht und feststellt, wenn auch nicht alles so ist, wie er es sich wünscht, sein Sohn vielleicht auch so eine schöne Kindheit bekommt.

Corinna Gerhards – Mara fährt

Mara ist zeitlos. Sie hat keine Zeit mehr und braucht sie auch nicht mehr. Per Anhalter fährt sie weiter und macht sich keine Gedanken darüber anzukommen. Wo soll sie auch ankommen? Sie weiß ja nicht mal mehr, wieso sie Richtung Osteuropa aufgebrochen ist. Es reicht, die Welt vorbeiziehen zu lassen. In einem Mix aus gebrochenem Deutsch und Bulgarisch ist das Wichtigste sowieso: Kaugummi? Der Genuss der Zeit- und Sorglosigkeit der Ausreißerin Mara wird von Corinna Gerhards pointiert dargestellt und nimmt die Leser*innen mit auf eine besondere Reise.

›Mara fährt‹ gibt es auch zum Hören

Cover des MiniLit-Heft 1

erschienen 2014 / Neuauflage 2019

Mit Kurzgeschichten von Laura E. Beck (›Hörweiten‹) und Laura Müller-Hennig (›Kolja‹)

Das Heft ist inzwischen in zweiter Auflage erschienen.

Laura E. Beck – Hörweiten

Menschen werden älter, und so werden Kinder zu Erwachsenen. Auch Julia, die als kleines Mädchen immer in ihren Büchern versunken ist. Ob ihr Vater durch Lessing wieder an ihrem Leben teilhaben kann? Oder vertieft er vielleicht die Bindung zu Greg, dem Freund seiner Tochter, der ihm eigentlich fremd ist… In ihrer Erzählung zeigt Laura E. Beck den Versuch eines Vaters, wieder am Leben seiner Tochter teilzunehmen.

Laura Müller-Hennig – Kolja

Ein mysteriöser Umschlag mit einer mysteriösen Kassette aus längst vergangenen Zeiten. Wer hat den Umschlag in ihren Briefkasten gesteckt? Kolja? Aber wer ist schon Kolja? Nana sieht eigentlich keinen Sinn darin, weiter darüber nachzudenken. Trotzdem ist da die Neugierde, was sich wohl auf dem Band verbergen mag … Laura Müller-Hennig führt die Leser*innen in ihrer Geschichte auf einen rätselhaften Weg zwischen Wirklichkeit und nebulösen Träumereien.

›KOLJA‹ gibt es AUCH ZUM HÖREN


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