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Bremens lange Literaturnacht

Seit 2018 findet einmal im Jahr die lange Literaturnacht ›Bremen liest!‹ statt. Das Format wurde von den Veranstaltern Wellenschlag Text- und Verlagskontor und dem Bremer Literaturkontor entwickelt. Im Jahr 2020 etablierte sich außerdem ein Podcast der Bremer Buchhandlungen
Am Abend der Veranstaltung gilt es, die außergewöhnliche Vielfalt der Bremer Buchhandels- und Literaturszene zu entdecken! An den Lesungen nehmen zahlreiche Autor*innen aus Bremen und der Region teil. Buchhandlungen und Verlage öffnen ihre Türen und auf öffentlichen Bühnen feiert Bremen das Lesen und Vorlesen. Kurzgeschichten, Gedichte, Krimi-Erzählungen, Kinder- und Jugendbücher, politische Texte, Experimentelles, Autobiographisches und vieles mehr gibt es für große und kleine Bücherfans zu hören.

HIER FINDEN SIE DAS AKTUELLE PROGRAMM ALS PDF​​​​​​​

Die vierte Bremer Lesenacht findet am 3. September 2021 statt. Aktuelle Informationen zum Programm und auch zur 3. Bremer Büchermeile, die am 4. September 2021 im Zusammenhang mit ›Bremen liest!‹ stattfindet, gibt es hier

Die Veranstaltung wird unterstützt vom Bremer Senator für Kultur, dem Börsenverein des Deutschen Buchhandels Nord, dem Literaturhaus Bremen (virt.), der Initiative ›Neustart Kultur‹, der ›Bremen wird neu‹-Initiative, der City Initiative Bremen und der Bremer Literaturstiftung. ›Bremen zwei‹ präsentiert die Lesenacht. Der Eintritt ist frei.

Freitag, 3. September 2021

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Eine literarische Tour durch die Stadt mit über 50 lesenden Autor*innen in 10 Stadtteilen, 18 Buchhandlungen, 2 Bibliotheken und auf 5 Open-Air-Bühnen.

Am 3. September 2021 lädt Bremen liest! zum vierten Mal große und kleine Literaturliebhaber*innen, Bücherbegeisterte und alle, die sich gerne vorlesen lassen, auf eine literarische Tour durch die Hansestadt ein. Entdecken Sie die außergewöhnliche Vielfalt der Bremer Buchhandlungen, lauschen Sie Autor*innen unter freiem Himmel oder seien Sie dabei, wenn Bremen einen Abend lang ganz im Zeichen des Vorlesens steht. Von Krimi bis Kinderbuch, von Lyrik bis Liebe – bei Bremen liest! geht es um die Literatur in all ihren Variationen. Als Veranstalter danken das Wellenschlag Text- und Verlagskontor sowie das Bremer Literaturkontor allen Unterstützer*innen herzlich, allen voran dem Bremer Senator für Kultur.

Freitag, 4. September 2020

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Lassen Sie sich überraschen: Es gilt, wieder die außergewöhnliche Vielfalt der Bremer Buchhandels- und Literaturszene zu entdecken! An den Veranstaltungen am 4. September nehmen zahlreiche Autor*innen aus Bremen und der Region teil. Buchhandlungen und Verlage öffnen ihre Türen und auf öffentlichen Bühnen feiert Bremen das Lesen und Vorlesen. Kurzgeschichten, Gedichte, Krimi-Erzählungen, Kinder- und Jugendbücher, politische Texte, Experimentelles, Autobiographisches und vieles mehr gibt es für große und kleine Bücherfreunde zu hören.

Die Veranstaltung wird unterstützt vom Bremer Senator für Kultur, dem Börsenverein des Deutschen Buchhandels Nord, dem Literaturhaus Bremen (virt.) und der Bremer Literaturstiftung.

Der Eintritt ist frei. Im Rahmen der Corona-Schutzmaßnahmen gibt es für alle Veranstaltungen ein Hygienekonzept, das sowohl Voranmeldungen als auch das Mitbringen einer Mund-Nasen-Bedeckung nötig macht.

Texte aus Berlin für ›Bremen liest!‹

Katharina Mevissen und Fabian Hischmann waren ursprünglich als ehemalige Bremer Autor*innen aus Berlin zur dritten Bremer Lesenacht ›Bremen liest!‹ eingeladen. Aufgrund der coronabedingten Programmänderungen fällt die Lesung vor Ort allerdings aus. Stattdessen baten wir sie, Texte zum Thema ›Buchhandlungen‹ zu schreiben. Gewissermaßen nach dem Motto: Wenn der Text nicht in die Buchhandlung kommen kann, dann kommt die Buchhandlung in den Text. 

Katharina Mevissen: ›Die Augenöffnerin‹

Ich kaufe Bücher, immer und überall. Im Alltag, auf meinem Weg durch die Stadt, durch die Städte, betrete Buchläden wie Lebensmittelgeschäfte, kaufe Bücher wie Brot und Kuchen. Auch auf Reisen, wenn ich mich über meinen Muttersprachraum hinaus bewege, kehre ich in Buchläden ein: Nehme fremdsprachige Bücher zur Hand, trage sie eine Weile im Geschäft herum, um sie schließlich liegen zu lassen oder zu erwerben — in der Hoffnung, durch die Bücher auch die Sprachen dieser Orte mit heimbringen zu können, auf dass sie Platz nehmen in meinem Schreiballtag. Denn Bücher materialisieren Sprache(n), und Sprache ist die Voraussetzung meines Schreibens — also häufe ich sie an.

Die Libraire Ouvrir l’œil ist ein gut sortierter Ort. Eine Buchhandlung im Zentrum von Lyon, deren Name verspricht, dass sie Augen öffnen kann. Und tatsächlich: Mir gehen die Augen über. Sie strotzt und schillert vor Büchern, die ich gleich zur Hand nehmen will.

"Schreiben und Lesen sind für Schreibende nicht ganz so verschieden. Beide Tätigkeiten verlangen, wach und bereit zu sein für unerklärliche Schönheit (...) schriftstellerischer Vorstellungskraft. (...) Beide erfordern Aufmerksamkeit für die Stellen, wo die Vorstellungskraft sich selbst sabotiert, sich selbst die Türen verschließt, die Sicht verdirbt." (Morrison)*


Ich bin orientierungslos und gierig, frage also den Buchhändler, wo ich finde, was ich noch nicht suche. Der Buchhändler ist so gut sortiert wie sein Laden. Das Gespräch mit ihm wandert von Regal zu Regal — von Despentes über Chollet zu Fanon, von Klassik zu Pop, von Comic zu bibliophilen Grafik- Editionen — und könnte ein Literaturpodcast sein. Einer, den ich sofort abonnieren würde. Aber die Libraire Ouvrir l’œil lässt mich auch blinzeln. Was mir nicht aufgefallen ist: Alle Buchhändler*innen, an die ich mich erinnere, sind weiß. Aber der Inhaber der Augenöffnerin ist ein Schwarzer Franzose. Das müsste nicht weiter erwähnt werden. Wenn mir nicht so außergewöhnlich vorkäme, was eigentlich als Normalität gelten könnte. Und doch eine Normalität verkörpert, die zu selten anzutreffen ist. Plötzlich wundere ich mich über all die weißen deutschen Antiquar*innen und Buchhändler*innen, über meine hartnäckige colorblindness, die mich die weiße Norm übersehen lässt und den Schwarzen Buchhändler nicht.

Der Literaturbetrieb ist ein streng sortierter Ort, dessen Qualität unter der weißen männlichen Ordnung leidet. Will eine Buchhandlung gut sortiert sein, muss sie Fragen ertragen. Für wen gibt es Platz und welchen: Wem gehört das Schaufenster, wem das Brett auf Augenhöhe? Für wen muss man sich bücken und wer liegt im Wühlkorb? Wer wird zur Klassik gestellt und wer zur Frauenliteratur? Wer sitzt am Mikro und wer putzt nach Veranstaltungsende die Klos, spült die Gläser? Und schließlich, wer auch immer einen Buchladen führt: Womit bestückt er die Bretter und wie weiß bleiben sie dabei? Was empfiehlt sie orientierungslosen, gierigen Kund*innen, die noch nicht wissen, was sie suchen?

Ich reibe mir die Augen und kaufe einen Stapel Bücher. In meinem Regal stehen sie auf den besten Plätzen und schauen mir über die Schulter.

* Verweis: Toni Morrison: Im Dunkeln spielen. Weiße Kultur und literarische Imagination, 1994. Kimberly Crenshaw: Seeing Race again. Countering Colorblindness across the Disciplines, 2019.

Bild von Katharina Mevissen
© Denise Sterr

Katharina Mevissen ist 1991 geboren und bei Aachen aufgewachsen. An der Universität Bremen hat sie Kulturwissenschaft und transnationale Literaturwissenschaft studiert und in Berlin eine Drehbuch-Ausbildung absolviert. Bis 2017 war sie Heinrich-Böll-Studienstipendiatin. Für ihr Romanmanuskript erhielt sie das Bremer Autorenstipendium 2016. Heute lebt und arbeitet sie als freie Autorin in Berlin, zudem leitet sie die von ihr mitgegründete gebärdensprachliche Literaturinitiative »handverlesen«.
Zum Roman

Fabian Hischmann

Dies ist eine Geschichte über mutige Menschen, über ihre Burgen und deren Verteidigung gegen die Zeit und andere Ungeheuer – 

So ähnlich könnte mein Text beginnen, wäre er ein Oldschool-Märchen.
Aber es soll kurz um die Realität gehen. Beziehungsweise um Orte, die mir helfen diese Realität besser zu verstehen oder für eine Weile aus ihr zu fliehen.
Es sind Orte, an denen Bücher nicht bloß aus Distinktions– oder Dekogründen im Regal stehen, sondern aus Überzeugung (auch wenn das selten reich macht, also im pragmatischen Geld-Sinn).

Unabhängige Buchhandlungen sind stetig schwindende Echokammern haptischer Wortkunst – 

könnte es in einem arg pessimistischen Feuilleton-Artikel heißen und noch etliche Zeichen weiter neblig dahin mäandern.
Meine liebsten Buchhändler*innen (an dieser Stelle viele Grüße an „Die Buchkönigin“ in Berlin-Neukölln und „Eisenherz“ in Berlin-Schöneberg, an Nina und Franz und all eure Kompliz*innen!) drücken sich da, trotz allem, zum Glück klarer und begeisterter aus. Und wahrscheinlich ist es genau dieser Mix den es braucht, also aus Klarsicht und Begeisterung, um das Schiff (metaphorisch-subtil geht anders, I know) auf Kurs zu halten und optimistisch durch all die digitalen Nebelbänke und kapitalistischen Stürme zu steuern.

Die lokale, unabhängige Buchhandlung ist sicher – 

okay, das haben Politiker*innen noch nie gesagt. Und so ein Versprechen wäre am Ende erfahrungsgemäß wohl auch nicht viel mehr als ein rhetorisches Pusteblümchen.
Trotzdem ist sicher ein gutes Adjektiv, wenn ich an meine Lieblingsbuchhandlungen denke. Denn es sind sichere (Schutz-)Räume für queere, unabhängige Postionen, für diverse Autor*innen und Lesende. 

Viel –

so möchte ich auf die Frage, was Buchhandlungen mir bedeuten, antworten.
Möglicherweise ist diese Antwort für manche zu knapp, aber ich mag Leerstellen und verrate ungern zu viel.
Das ist übrigens auch eine Qualität guter Buchhändler*innen: Empfehlen ohne Imperativ und/oder Spoiler.

Aber weil ich ja kein Buchhändler bin, mache ich zum Schluss genau das Gegenteil: Die beste Buchhandlung in Bremen heißt „Golden Shop“ und ihr müsst alle dort einkaufen! Und wenn ihr in Berlin seid in der „Buchkönigin“! Und bei „Eisenherz“! Und …

Porträt von Fabian Hischmann
© privat

Fabian Hischmann, geboren 1983 in Donaueschingen, studierte Kreatives Schreiben und Kulturjournalismus in Hildesheim und am Deutschen Literaturinstitut in Leipzig. 2011 erhielt er das Bremer Autorenstipendium. 2013 war er Teilnehmer der Jürgen-Ponto-Schreibwerkstatt, 2015 Stipendiat der Kunststiftung Baden-Württemberg. 2017 wurde er zum Festival Neue Literatur nach New York City eingeladen und erhielt ein Aufenthaltsstipendium des Schleswig-Holsteinischen Künstlerhauses in Eckernförde. Kurzgeschichten von ihm wurden in verschiedenen Zeitschriften und Anthologien veröffentlicht. Sein Debütroman “Am Ende schmeißen wir mit Gold” war 2014 für den Preis der Leipziger Buchmesse nominiert, sein zweiter Roman “Das Umgehen der Orte” erschien 2017 und 2019 sein Erzählungsband “Alle wollen was erleben”. Fabian Hischmann lebt in Berlin.

www.fabianhischmann.de

Freitag, 30. August 2019

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Bremer Literaturkontor und Wellenschlag Text- und Verlagskontor präsentieren die 2. Bremer Literaturnacht ›Bremen liest‹ 

Ein literarisches Spektakel der besonderen Art! Nach dem großen Erfolg im vergangenen Jahr findet auch 2019 eine lange Nacht der Literatur in Bremen statt. In diesem Jahr nehmen über 40 Autorinnen und Autoren aus der Region und 17 Buchhandlungen und Verlage teil. Damit ist das Fest im Vergleich zum Vorjahr gewachsen und kann ein noch umfangreicheres Programm für große und kleine Leser*innen anbieten.

Ob in Findorff, in der Neustadt, im Viertel oder auch in Bremen-Nord: Alle, die von Literatur begeistert sind, können am
Freitag, den 30. August, ab 15 Uhr durch Bremen radeln oder bummeln und zahlreiche Lesungen in verschiedenen Buchhandlungen genießen. Die Buchhandlungen öffnen ihre Türen bis in die späten Abendstunden und Bremer Schriftstellerinnen und Schriftsteller präsentieren in halbstündigen Lesungen Kurzgeschichten, Gedichte, Krimi-Erzählungen, Kinder- und Künstlerbücher, politische Texte, Experimentelles, Autobiographisches und vieles mehr. Auch diejenigen, die immer schon mal Einblick in die Arbeit eines Verlages erhalten wollten, kommen an diesem Abend auf ihre Kosten.

Neu in diesem Jahr — Offene Bühne im Kukoon

Das Bremer Literaturkontor lädt ins Kulturzentrum Kukoon zu einer Offenen Bühne ein (Beginn: 20 Uhr), die von Sebastian Butte (Slammer Filet) moderiert und von DJane Gülbahar Kültür musikalisch begleitet wird.
Im Anschluss an die Offene Bühne sind alle Besucher*innen ab 23 Uhr herzlich eingeladen, im Kukoon die 2. Bremer Literaturnacht gemeinsam ausklingen zu lassen, während  Gülbahar Kültür noch entspannte Musik auflegt.

Um 20:30, 21:30 und 22:30 Uhr steht die Offene Bühne jeweils für eine halbe Stunde interessierten Autor*innen und Sprachkünstler*innen aller Altersklassen offen. Ob kritisch, heiter, gewitzt oder bitterböse, ob Gedicht, Kurzgeschichte, Slam-Poem, Mini-Monolog, Kurzessay oder Prosa-Miniatur – solange die Beiträge nicht mehr als sieben Minuten Vortragszeit in Anspruch nehmen, sind alle literarischen Gattungen und Genres erlaubt und erwünscht. Insgesamt steht die Offene Bühne an diesem Abend bis zu 12 Teilnehmer*innen offen (maximal 4 pro Abschnitt).

Jeweils in den Pausen und nach der Offenen Bühne legt DJane Gülbahar Kültür entspannte Musik in gedämpfter Lautstärke auf.

Veranstalter von ›Bremen liest‹ sind auch in diesem Jahr das Wellenschlag Text- und Verlagskontor und das Bremer Literaturkontor, in Kooperation mit dem Börsenverein des Deutschen Buchhandels Nord und dem Literaturhaus Bremen (virt.). ›Bremen liest!‹ wird gefördert vom Bremer Senator für Kultur und der Literaturstiftung Bremen.

Freitag, 7. September 2018

Logo von Bremen liest! 2018

›Bremen liest!‹ heißt es am 7. September zum ersten Mal zur langen Nacht der Literatur. Zwischen 17 und 22 Uhr laden ›Wellenschlag – Text und Verlagskontor‹, Bremer Literaturkontor sowie 14 Bremer Buchhandlungen und Verlage ein zu Lesungen mit über 40 Autor*innen aus Bremen und umzu. In Kooperation mit dem Börsenverein des Deutschen Buchhandels Nord. 


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